frei

Assad Family

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Freitag, 14. Oktober 2011

Trio Joubran - Palestine / Israel

Samstag, 15. Oktober 2011

Guinga - Brasil

Sonntag, 16. Oktober 2011

Sergio & Odair Assad Family - Lebanon / Brasil


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Das Weltmusikfestival grenzenlos ist eines der wenigen Festivals, das sein Programm einem Thema widmet, Zusammenhänge verdeutlicht und zugleich zu musikalischen Entdeckungen einlädt. In diesem Jahr lautet das Thema "roots" - Wurzeln - persönliche und musikalische - und wie sich gegenseitig verdichten. An den drei Abenden werden sie unter diesem Motto ganz unterschiedliche Musik erleben können.


Als "Assad Family", mit Schwester Badi und den Töchtern Carolina und Clarice, präsentieren die Brüder Sergio und Odair Assad, die seit Jahrzehnten als das weltbeste Gitarreduo gelten, ein Programm, das das diesjährige Thema des Festivals inspiriert: "Back to our roots". Die Musiker stammen ursprünglich aus dem Libanon. 1890 verließ ihr Großvater Jorge Assad die Heimat, um in Südamerika zu leben. Er heiratete dort eine italienische Emigrantin und gründete eine Familie, die als Inbegriff brasilianischer Künstler auf den Bühnen weltweit für Furore sorgt.


Nun haben diese sich auf die Suche nach ihren arabischen Wurzeln gemacht, haben die arabische Musiktradition für sich wiederentdeckt und werden das Ergebnis bei uns in Murnau präsentieren. Indem sie die arabischen Einflüsse in der brasilianischen Musik verdeutlichen - denn es kamen im letzten Jahrhundert hundertausende Menschen aus den arabischen Kulturraum nach Brasilien - errichten sie eine Brücke zwischen diesen beiden scheinbar so gegensätzlichen Kulturen.


Auch das Trio Joubran kommt wie die Assad Family aus dem arabischen Kulturraum, aus Palästina. Die drei Brüder aus einer Familie, in der seit vielen Generationen der "Oud" gebaut und gespielt wird, gelten zu den besten Spielern dieses Instruments weltweit. Ihre modernen, jazzigen, aber immer im Traditionellen wurzelnden Kompositionen sind mitreißend und tiefgründig zugleich. Unterstützt werden die Brüder durch den Percussionisten Joussef Hbeisch aus Israel – so ist ihre Musik im wahrsten Sinne des Wortes "grenzenlos".


Mit Guinga wird ein bekannter Komponist, Sänger und Gitarrist aus der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro zu hören sein. In seiner Heimat gilt er als einer der wichtigen Vertreter der so genannten "Música Popular Brasileira", der populären brasilianischen Musik. Seine Kompositionen gehören dort seit über 30 Jahren zum festen Repertoire. Seine komplexen Harmonien und Rhythmen sind Spiegel der brasilianischen modernen Gesellschaft in ihrer überbordenden Vielfalt.


Freuen Sie sich mit uns auf ein Festival der Auflösung scheinbarer Gegensätze, der Vielfalt und der gegenseitigen Akzeptanz unterschiedlichster Kulturen und Ursprünge, der gelungenen Assimilation und des gleichberechtigten Austausches.


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Dr.Rapp   A.Pierri

Dr.Michael Rapp

Auch im Jahr 2011 ist unsere Marktgemeinde Gastgeber für das Musikfestival "grenzenlos", wobei die Verantwortlichen des Kulturvereins wiederum ein viel versprechendes, themenbezogenes Programm präsentieren. Drei Tage werden Künstler, die aus dem reichen Fundus ihrer Heimat schöpfen, die Verbundenheit mit ihrer Tradition, ihrer Kultur, ja mit den Wurzeln ihres Lebens musikalisch übersetzen. Wir werden allen, wie auch in den vergangenen Jahren, ein guter Gastgeber sein und ihnen das Gefühl vermitteln, sich hier ein Stück weit zuhause zu fühlen.
Thomas Köthe, dem künstlerischen Leiter, danke ich herzlich dafür, dass es gelungen ist, Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen eine Plattform zu bieten, um sich auf hohem Niveau auszutauschen und die Herzen der Gäste höher schlagen zu lassen.
Als er mich, wie üblich, nach einem Grußwort fragte, verband er dies mit der Bitte, persönliche Erfahrungen als "Gast" oder schon "Einheimischer", wie er meinte, in Irland einfließen zu lassen.
Fast zeitgleich wurde ich anlässlich der Gratulation für eine Dame an ihrem 101. Geburtstag auf eine sehr bewegende Weise mit dieser Thematik konfrontiert. Sie fragte mich mehrmals, ob ich mir vorstellen könnte, was es heißt, seine Heimat zu verlieren, alles aufzugeben und jegliche Bindung zu dem Ort, wo man seine Wurzeln hat, kappen zu müssen, so wie sie es bei der Vertreibung aus Oberschlesien am Ende des Zweiten Weltkrieges mit ihrem damals zehnjährigen Jungen erleben und erleiden musste. Ich wusste es nicht, aber ich konnte mir das unerträgliche Leid vorstellen, das sich in ihrem sanften Gesicht und den Tränen widerspiegelte. Schmerzhafte Erinnerungen an Vergangenes, das man nicht vergessen kann.
Auch heute noch müssen unzählige Menschen ihre vertraute Umgebung verlassen und versuchen in einem anderen Land ein neues Zuhause zu finden, getragen von der Hoffnung, eine Wertegemeinschaft vorzufinden, in der die individuellen Rechte einen besonderen Schutz genießen. Andere gehen freiwillig, um ein neues Lebensglück oder Erfüllung zu suchen. Nicht immer jedoch ist die Triebfeder die Unrast, die Abenteuerlust oder die Suche nach neuen Herausforderungen. Es kann der Zufall sein, das einfache "Hängen bleiben", das andere Ticken der Uhr, das Innehalten vor unberührter Natur, das Zusammentreffen mit Menschen, die einen faszinieren, das Gefühl unendlicher Sehnsucht oder die Lockungen der Farben des Himmels, die unsere Träume begleiten.
Seitdem ich vor 36 Jahren das erste Mal nach Irland kam, ist meine Liebe zu diesem Land nie kleiner geworden und sie hätte es auch durch die zahlreichen Begegnungen mit seinen freundlichen Bewohnern nicht werden können. Ein altes irisches Sprichwort sagt:
"Ein Fremder ist ein Freund, dem man bisher noch nicht begegnet ist".
Nicht erst seit Heinrich Bölls "Irisches Tagebuch" ist das smaragdgrüne Juwel im Atlantik vielen Deutschen eine zweite Heimat geworden. Ein Land voller Gegensätze und Widersprüche: so christlich und abergläubisch, so zart und wild, so offen und geheimnisvoll, so einsam und unterhaltsam, so stumm und geschwätzig, so kriegerisch und friedvoll, so laut und leise, so kauzig und ernst. Wie oft habe ich bei der Rückkehr gehört "Welcome home, welcome back" ein Zeichen, dass man dich nicht vergessen hat und wenn bei den abendlichen Gesprächen Ansichten, Ideen ausgetauscht und Geschichten erzählt werden, ist es ein besonderes Kompliment zu hören, wenn jemand sagt: "You must have Irish roots", verwurzelt zu sein in einem Land, das nicht deine Heimat ist, wo aber über die Jahre zarte Pflänzchen den Boden gefestigt haben, dass man sicher tritt, sich wohl fühlt, geborgen ist und das Zusammentreffen mit neuen Freunden eine eigene Magie entfaltet.
Wie schön es ist, dann auch wieder nach Hause zu kommen, an den Ort, wo man arbeitet, lebt und der Kreis der Verbundenheit und Vertrautheit mit den Seinen einen unschätzbaren Wert hat.
Heinrich Böll hat 1967 im Nachgang zu seinem Buch in einem Essay über Irland geschrieben: "…ich mag es zu sehr, und es ist nicht gut für einen Autor über einen Gegenstand zu schreiben, den er zu sehr mag". Er mag Recht haben, aber manchmal obliegt man, so denke ich, dem Zauber einer großen Liebe.
Wir freuen uns auf die Künstler des Musikfestivals "grenzenlos" mit dem Titel "roots", denn auch sie haben alle auf eine ganz individuelle Weise ihre Geschichten zu erzählen, die uns den Kern des Satzes: "back to our roots" fühlen lässt.
Dazu lade ich Sie herzlich ein und wünsche allen Besuchern gute Unterhaltung und der Veranstaltung einen harmonischen Verlauf.

Ihr Dr. Michael Rapp
Bürgermeister


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Dr.Rapp   A.Pierri

Alvaro Pierri

Seit ich Guinga das erste Mal gehört habe, bin ich sein unbedingter Fan, immer in freudiger Erwartung seiner neuen Kompositionen.


Guinga ist ein fabelhafter Gitarrist, seine Werke für Gitarre haben die brasilianische Gitarre verändert, ein äußerst origineller Musiker und außergewöhnlicher Komponist, Arrangeur und Orchestrator. Er musiziert mit den besten Künstlern der brasilianischen Popularmusik wie Beth Carvalho, Elis Regina, Aldir Blanc, Cartola, Chico Buarque, Ivan Lins, Djavan und auch mit dem großartigen Michel Legrand. Er ist sicherlich einer der größten Musiker dieses wunderbaren Landes.


Guinga zu erleben ist wie eine Vergnügungs- und Entdeckungseise in eine Welt wundervoller Melodien, außergewöhnlicher Harmonien und einzigartiger rhythmischer Pulsierung. Seine Musik ist wie ein Strom aus einem Gemenge von brasilianischem Choro, Samba, Valse und Frevo vermischt mit Blues und Jazz, ein ultimatives Musikerlebnis mit magischen Momenten: Eine Sternstunde!


Alvaro Pierri


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14. Oktober 2011   15. Oktober   16. Oktober

Trio Joubran

Trio Joubran im Kultur- und Tagungszentrum Murnau
von Heribert Riesenhuber

Mit einem fulminanten Konzert des Trio Joubran startete am Freitag im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum das 12. Weltmusikfestival "grenzenlos", das in diesem Jahr unter dem Motto "roots" - Wurzeln - steht. Die drei Brüder aus Palästina zeigten sich dabei als wahre Virtuosen auf der Oud, der traditionellen arabischen Laute. Seit sieben Jahren begeistern sie mit ihrer Musik das Publikum in ganz Europa und sind längst so etwas wie musikalische Botschafter ihres Landes, für dessen Freiheit sie sich bei ihren Auftritten immer wieder einsetzen. "Erst, wenn es Freiheit in Palästina gibt, werden wir ganz normales Konzert spielen können, in dem wir nicht darauf hinweisen müssen, woher wir kommen", sagte Samir Joubran. Ganz bewusst traten sie auch in Murnau - über die Grenzen hinweg - mit dem aus Israel stammenden Percussionisten Youssef Hbeisch zusammen auf. In ihren Konzerten bringen sie ihre Seele und ihre Gefühle auf die Bühne, und damit begeisterten sie die rund dreihundert Zuschauer vom ersten Augenblick an. Der Klang der Oud erinnert an den der Gitarre, er ist aber schärfer und kontrastreicher, fremdartig und vertraut zugleich. In der Familie der Musiker wird das Spiel und der Bau der Oud seit mehreren Generationen gepflegt, und auch die Instrumente, mit denen sie an diesem Abend auf der Bühne standen, seien Brüder, wie Samir Joubran erklärte, denn sie wurden alle von seinem Bruder Wissam gebaut. Am Anfang dieses Konzerts standen, wie das Plätschern von Wasser in einem tiefen Brunnen, geheimnisvolle Klänge und die fremdartigen Tonskalen der arabischen Musik, bevor der durchdringende tiefe Klang der Trommeln einsetzte und sich das Spiel der Musiker mehr und mehr zu einem virtuosen Tanz steigerte. Die Stücke des "Trios mit vier Musikern" waren geprägt von Kontrasten. Freie, improvisatorische Teile, in denen sich die Musik in vielstimmigen Melodien bewegte und bei denen sich die drei Brüder die Themen manchmal wie unsichtbare Bälle zuspielten, wechselten ab mit treibenden Rhythmen in denen die Musik zu extatischen Ausbrüchen getrieben wurde, bis sie meist abrupt abbrach. Herzschlag und Atem waren ebenso Elemente ihrer Spielweise, wie die feinen Zwischentöne, die in der westeuropäischen Musik selten verwendet werden und, die den Eindruck von "singenden" Instrumenten erweckten. "Unsere Musik besteht nicht nur aus den Noten, die wir spielen sondern auch aus der Stille, zwischen den Noten", erklärten die Musiker. Neben dem leidenschaftlichen Spiel der Brüder Joubran begeisterte auch Youssef Hbeisch, dessen Spiel von ungeheurer Energie und Leichtigkeit geprägt war. Mit sparsam eingesetzten Klängen verschiedener Glocken und Becken setzte er mitunter geheimnisvolle Akzente. Neben ungewohnten Harmonien gab es in dieser Musik aber auch vertraute Elemente. Passend zum Motto des Festivals konnte man manchmal die Wurzeln der Spanischen Musik entdecken, die sich einst unter dem Einfluss der Mauren entwickelt hatte. Das wurde besonders deutlich im letzten Stück des Programms, in dem ein bekanntes Gitarrenstück aus der "Suite española" des Komponisten Isaac Albéniz nahtlos eingefügt war. Allerdings spielte das Trio Joubran dieses Stück schärfer und dramatischer, als man es normalerweise hört. Ein emotionaler Höhepunkt ihres Auftritts war ein arabisches Liebeslied, von Samir Joubran vorgetragen, das am Ende von den Zuschauern wie aus einer Kehle mitgesungen wurde.


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14. Oktober   15. Oktober 2011   16. Oktober

Guinga

Guinga im Kultur- und Tagungszentrum Murnau
von Heribert Riesenhuber

Der zweite Abend von "grenzenlos" stand ganz im Zeichen Brasiliens. Mit dem Liedermacher Guinga aus Rio de Janeiro hatte der Murnauer Kulturverein einen Klangzauberer auf der Gitarre und einen Meister der stimmungsvollen, leisen Töne eingeladen. Sein Auftritt im Kultur- und Tagungszentrum war wie die Erinnerung an einen Nachmittag am Strand, der in heiterer Leichtigkeit aber auch immer mit einem Gefühl von Melancholie dahinfliegt. Die Musik von Guinga war meist träumerisch und zart, aber voll von aufregenden, verführerischen Harmonien. Die Lebensfreude des Samba und die Heiterkeit des Bossa Nova waren ständig spürbar, ohne dass sie im Vordergrund standen, und auch Elemente des Jazz prägten seinen persönlichen Stil. Dabei zeigte sich Guinga als äußerst bescheidener Mensch, der seine Musik liebt und sich vor allem wünscht damit die Herzen seiner Zuhörer zu berühren. Mit einer Komposition von Dilermando Reis führte er das Publikum zu seinen eigenen musikalischen Wurzeln. Mit zwei Jahren hörte er dessen Stück, "Se ela perguntar", zum ersten Mal - und es hat ihn seither begleitet. "Ich komme aus einer armen Familie und mein Onkel spielte diese Musik auf seiner Gitarre, im selben Zimmer in dem ich schlief", erzählte er. Dass der Onkel das Stück dabei nicht ganz korrekt spielte hat Guinga erst viel später festgestellt. "Aber für mich ist dies die richtige Art es zu spielen: so wie ich es damals gehört habe." In seiner Heimat schrieb Guinga viele Lieder für die Künstler der sogenannten "Musica Popular Brasileira", der populären brasilianischen Musik. In Murnau trug er, der von sich selbst sagt, dass er eigentlich kein Sänger sei, zwei dieser Lieder mit rauer, in den hohen Lagen fast brüchiger Stimme vor. Die Zuhörer erlebten diese Stücke, so wie sie entstanden sind: einfach, berührend und voller Gefühl. Dabei erinnerte das erste Lied, "Contenda", an die afrikanischen Wurzeln der brasilianischen Kultur. Es erzählte mit einem Text von Thiago Amud unter anderem von der Capoeira, jener Tanzweise die sich aus der Kampfkunst afrikanischer Sklaven im Nordosten Brasiliens entwickelt hat. Auch in seinen Instrumentalkompositionen zeichnete Guinga in vielfältigen Zwischentönen Bilder seines Heimatlandes. Manchmal erinnerten sie an den Charme des alten Rio, an eine Zeit, in der sich die Männer in dunklen Anzügen in kleinen Bars trafen um einen Kaffee zu trinken, mal war das Pulsieren der modernen Metropole zu spüren. Das Bühnenbild, das auch in diesem Jahr wieder von den Murnauer Künstlern Christian Schied und Bernd Weber gestaltet wurde, begleitete dabei die Musik mit dem Spiel wechselnder Farben. Es besteht aus einer Fläche aus gleichmäßigen Quadraten, über die sich - die Begrenztheit der Quadrate überwindend - schwarze Linien ziehen. Das Publikum zeigte sich auch von diesem Konzert, von dem sympathischen Künstler und von seiner beeindruckenden Spielweise begeistert. Guinga bedankte sich dafür mit drei Zugaben.


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14. Oktober   15. Oktober   16. Oktober 2011

Sergio & Odair Assad Family

Assad Family im Kultur- und Tagungszentrum Murnau
von Heribert Riesenhuber

"Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennengelernt hat." Bürgermeister Michael Rapp zitierte diese Redensart aus Irland am ersten Abend des Weltmusikfestivals im Kultur- und Tagungszentrum. Auch im dritten und letzten Konzert gab es für das Publikum wieder Neues, Ungehörters zu entdecken. Dabei sind Sergio und Odair Assad, sowie ihre Schwester Badi für viele Murnauer längst alte Freunde. Diesmal kamen sie zum ersten Mal gemeinsam zu "grenzenlos" und brachten, mit Clarice und Carolina Assad, auch die nächste Generation aus der Familie mit. "Wir genießen es, gemeinsam aufzutreten", erklärte Sergio Assad, "man fühlt sich beschützt, wenn man auf der Bühne steht." In wechselnden Kombinationen hatten sie ein Programm mitgebracht, das Unterschiede und Gemeinsamkeiten gleichermaßen zeigte. Sergio und sein Bruder Odair Assad brachten als Gitarrenduo Musik von Egberto Gismonti und eigene Kompositionen auf die Bühne. Ihre Schwester Badi überraschte das Publikum mit erstaunlichen Klängen, die sie produzierte, indem sie den eigenen Körper als Percussionsinstrument verwendete. In einem Solostück gelang es ihr Rhythmus, Harmonie und Melodie gleichzeitig hervorzubringen, indem sie mit Mund und Zunge einen Rhythmus schnalzte, dazu eine Melodie summte und sich auf der Gitarre begleitete. Das Publikum im Saal begeisterte sie damit. Gemeinsam mit ihren Nichten sang sie das Stück "Carinhoso" des brasilianischen Liedermachers Pixinguinha im a-cappella Stil. So demonstriertes die wunderbare Harmonie ihrer Stimmen. Clarice Assad, die jüngste der Musikerinnen, sang das bekannte "Aquarela do Brasil" und begleitete sich dabei selbst auf dem Flügel. Dabei spielte sie ihre Vorliebe für den Jazz virtuos aus und gab diesem Lied eine ganz neue Form. Brasilianische Lebensfreude stand im Vordergrund eines Medleys aus klassischen brasilianischen Sambastücken, das alle Musiker gemeinsam spielten und sangen. Am Schluss des Abends stand eine ambitionierte Suite mit dem Titel "Back to our roots". Clarice und Sergio Assad haben dieses Stück, das nicht nur Motto des Abends war, sondern auch für das Programm von "grenzenlos" entscheidend war, gemeinsam geschrieben. In vier Sätzen erzählten sie darin die Geschichte von Auswanderern, die voll Hoffnung, aber auch mit Wehmut in ein neues Leben gehen, um in einem anderen Land ihr Glück zu finden. Das ist, wie die Musiker berichteten, auch die Geschichte ihres Großvaters, der aus dem Libanon nach Brasilien emigrierte. Grund genug für sie auch selbst einmal ihren arabischen Wurzeln nachzuspüren. Das taten sie auf überzeugende Art in zwei Stücken, die Sergio Assad für sich und seinen Bruder komponiert hat. Nicht so energisch, wie das Trio Joubran, das im ersten Konzert seine Musik präsentierte, sondern weicher - eben mit brasilianischem Akzent. Mit diesem Abend, den man ein wenig als Synthese der in den ersten beiden Konzerten dargebotenen Musikstilen sehen konnte, fand das diesjährige Weltmusikfestival in Murnau einen überzeugenden Abschluss und es bleibt zu wünschen, dass auch in den nächsten Jahren wieder so vielfältige und hochkarätige Künstler nach Murnau eingeladen werden können.


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Trio Joubran

Trio Joubran Trio Joubran Trio Joubran
Trio Joubran Trio Joubran Trio Joubran

© Bild 1 : Christoph Giese , Bild 2 bis 6 : Heribert Riesenhuber ,


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Guinga

Guinga Guinga Guinga Guinga Guinga

© für alle Bilder : Heribert Riesenhuber


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Assad Family Assad Family Assad Family Assad Family

© Bild 1 + 2 : Heribert Riesenhuber , Bild 3 + 4 : Klaus Wildner

Assad Family Assad Family Assad Family Assad Family Assad Family

© Bild 5 bis 9 : Klaus Wildner

Assad Family Assad Family Assad Family

© Bild 10 bis 12 : Klaus Wildner

Assad Family Assad Family Assad Family

© Bild 13 bis 16 : Christoph Giese

Assad Family

Sinti und Roma

Donnerstag, 25. Mai 2000

Jabulani & Ensemble Neighbours
Thomas Köthe

Freitag, 26. Mai 2000

Kálmán Bálogh & and The Gypsy Cimbalon Band - Ungarn
Loyko - Russland

Samstag, 27. Mai 2000

Joe Bawelino - Gypsy Strings - Deutschland
Titi Winterstein & Ensemble - Deutschland

Sonntag, 28. Mai 2000

Paco Pena - Flamenco Nacht - Spanien

Frei

Freitag, 14. Oktober 2011

Trio Joubran - Palestine / Israel

Samstag, 15. Oktober 2011

Guinga - Brasil

Sonntag, 16. Oktober 2011

Sargio & Odair Assad Family - Lebanon / Brasil

vive la france

Freitag, 12. Oktober 2012

Guy Touvron - Margarita Höhenrieder

Samstag, 13. Oktober 2012

Ballaké Sissoko - Vincent Ségal

Sonntag, 14. Oktober 2012

Michel Godard Ensemble - "Le Concert des Parfums"

songs of freedom

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Barbara Mayr - "songs"

Freitag, 11. Oktober 2013

Alvaro Pierri

Samstag, 12. Oktober 2013

Carla Bley Trio

Sonntag, 13. Oktober 2013

Nguyên Lê - Songs of Freedom

neue welt

Freitag, 17. Oktober 2014

Omar Sosa, Paolo Fresu & Trilok Gurtu

Samstag, 18. Oktober 2014

Guinga & Stefania Tallini

Sonntag, 19. Oktober 2014

John Scofield Trio

fabulieren

Freitag, 16. Oktober 2015

Julia Stemberger & Birds of Vienna / Roland Neuwirth & Extremschrammeln

Samstag, 17. Oktober 2015

Stefano Bollani Trio

Sonntag, 18. Oktober 2015

Rabih Abou-Khalil Quintet

heimwärts!?

Freitag, 16. Oktober 2015

Dieter Ilg „Mein Beethoven“

Samstag, 17. Oktober 2015

John Scofield „Country for Old Men“

Sonntag, 18. Oktober 2015

John Potter „Amores Passados“